Lohnen sich smarte Thermostate in der Mietwohnung?
Von Lukas · Zuletzt geprüft:
Meistens ja: Du schraubst sie ohne Handwerker an und beim Auszug wieder ab, und du kommst jeden Tag in eine warme Wohnung. Mit einem Heizplan sparst du außerdem rund 10 Prozent Heizenergie. Bei einer Zentralheizung kommt davon auf deiner Abrechnung meist die Hälfte bis gut zwei Drittel an, weil nur ein Teil der Kosten nach Verbrauch verteilt wird.
Was du mit einem Heizplan sparst
Smarte Thermostate heizen nach deinem Plan: warm, wenn du da bist, und runtergedreht, wenn du schläfst oder arbeitest. Laut Umweltbundesamt und co2online sparst du damit rund 10 Prozent Heizenergie. Der ADAC rechnet in der Praxis mit 5 bis 8 Prozent.
Wie viel es bei dir ist, hängt davon ab, wie oft du weg bist und wie du bisher heizt. Als Faustregel spart jedes Grad weniger rund 6 Prozent Heizenergie. Läuft deine Heizung bisher meist durch, sparst du mehr. Drehst du schon jeden Heizkörper zuverlässig selbst runter, sparst du weniger.
Was davon auf deiner Abrechnung ankommt
Hast du eine eigene Gastherme in der Wohnung, zahlst du dein Gas meist direkt beim Versorger. Dann kommt die ganze Ersparnis bei dir an.
Bei einer Zentralheizung wird dagegen nur ein Teil der Kosten nach deinem Verbrauch verteilt, der Rest nach der Fläche. In Deutschland sind es 50 bis 70 Prozent, in Österreich mindestens 55 Prozent der Energiekosten. In der Schweiz sind es meist 50 bis 70 Prozent, wenn dein Haus nach Verbrauch abrechnet. Wie es bei dir aufgeteilt ist, siehst du auf deiner Heizkostenabrechnung an den Grund- und Verbrauchskosten.
Ein Beispiel: Zahlst du 1.000 € im Jahr fürs Heizen, sind 10 Prozent davon 100 €. Werden bei dir 50 bis 70 Prozent nach Verbrauch verteilt, kommen davon etwa 50 bis 70 € bei dir an. In meinem Rechner wählst du dafür „Zentralheizung mit Abrechnung“, dann rechne ich mit 60 Prozent.
In manchen Häusern wird gar nicht nach Verbrauch abgerechnet, sondern nur nach Fläche, in der Schweiz zum Beispiel oft in älteren Häusern. Dann spart vor allem das ganze Haus, und bei dir kommt nur wenig an.
So siehst du, ob es wirkt
In Deutschland müssen die Zähler für die Heizkosten ab 2027 aus der Ferne ablesbar sein. Sobald sie das sind, bekommst du jeden Monat eine Verbrauchsinfo. So siehst du Monat für Monat, ob dein Heizplan wirkt.
Darfst du sie als Mieter einbauen?
In Deutschland in der Regel ja, auch ohne Zustimmung deines Vermieters. Du tauschst nur den Drehregler am Ventil gegen das smarte Thermostat. Wasser musst du dafür nicht ablassen, und einen Handwerker brauchst du nicht.
Heb die alten Regler gut auf und schraub sie beim Auszug wieder dran. Deine smarten Thermostate nimmst du dann in die nächste Wohnung mit. In Österreich und der Schweiz fragst du am besten kurz deinen Vermieter.
Passen sie auf deine Heizkörper?
Auf fast alle normalen Heizkörper. Die meisten Ventile haben ein Gewinde nach dem Standard M30 x 1,5. Für andere, zum Beispiel von Danfoss, liegen oft Adapter bei. Für eine Fußbodenheizung brauchst du dagegen ein Raumthermostat an der Wand.
Bequemer als von Hand
Dazu kommt die Bequemlichkeit: Kurz bevor du heimkommst, ist die Wohnung schon warm. Während du arbeitest, drehen die Thermostate selbstständig runter, und vergessen kannst du es auch nicht mehr.
Drehst du bisher jeden Heizkörper morgens runter und abends wieder hoch, sparst du bei vier Heizkörpern laut meinem Rechner rund eine Viertelstunde pro Woche.
Für den Anfang reicht ein Plan für die Werktage und einer fürs Wochenende. Stell zum Beispiel morgens und abends 21 Grad ein, 16 bis 17 Grad, wenn du weg bist, und nachts im Schlafzimmer 16 bis 18 Grad. Kälter als 16 Grad sollte es nicht werden, sonst steigt das Risiko für Schimmel.
- Du hast eine Fußbodenheizung: Dafür brauchst du ein Raumthermostat an der Wand.
- In deinem Haus werden die Heizkosten nur nach Fläche verteilt: Dann kommt von der Ersparnis bei dir nur wenig an.
- Du drehst schon jetzt jeden Heizkörper zuverlässig runter, wenn du gehst: Dann sparst du vor allem Mühe und weniger Geld.
- Du bist tagsüber fast immer zu Hause: Dann senkt der Heizplan vor allem nachts ab, und du sparst weniger.